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Nosler Partition

Nosler Werkbild

Nosler Partition (recht langsam) nachgeprüft

Hallo Herr Möller,

erst mal ein großes Lob für ihre Seite, auf der ich schon so manche Stunde gelesen habe.

Ich bin 16 Jahre alt und seit Anfang des Jahres begeisterter Jungjäger. In dieser Zeit habe ich Einiges erlegen können. Anfangs alles mit einer Mauser 66S in 9,3x64 19 g TUG.

Mit dieser Waffe lag vom Fuchs bis zum 60 kilo Keiler alles im Feuer. Dementsprechend war ich sehr zufrieden.

Dann hatte ich jedoch eine Sauer 90 in .300" Weatherby Magnum mit 11,7 g Nosler Partition. Damit schoß ich meinen ersten Bock, der auch ohne große Wildpretentwerung im im Feuer fiel.

Nun jedoch mein Problem: Vor zwei Tagen kam ich morgens um 5 Uhr an eine Kirrung, an der bereits eine einzelne Sau stand. Ich sprach diese als ♂ Überläufer an und schoß auf ~ 70 Meter stehend freihändig aufs Blatt. Auf den Schuß hin bleib die Sau einfach stehen, um nach ~ 2-3 Sekunden loszurennen, als wäre nichts gewesen. Ich konnte das gar nicht fassen, da ich mir meines Schusses sicher war. Ich ging dann mit meinem Vater zum Punkt an dem ich den Anschuß vermutete und wir fanden nur durch Zufall ein kleinen Knochensplitter und einen Tropfen Schweiß, sonst gar nichts. Es half alles nichts. Also holten wir den Hund, der die Sau dann 80 Meter vom Anschuß fand. Auf der ganzen Fluchtstrecke war nicht ein Tropfen Schweiß.

Der Schuß saß aber da er hin sollte, nämlich zwar genau auf dem Blatt. Ein- und Ausschuß waren kaum zu sehen. Beim Aufbrechen zeigte sich, die Sau war gewissermaßen innerlich „explodiert“.

Von Herz und der Lunge war nichts mehr zu finden. Da war nur noch Muß. Sogar die Leber war zerrissen; das Gescheide auch. Bei diesem Treffer und dieser Patrone hätte ich erwartet, die Sau fiele im Schuß und bliebe liegen.

Wie kann es dann sein, daß sie noch soweit ohne Schweiß zu verlieren geht?

Liegt es am Geschoß, oder an der Waffe?

Welch andere Wahl zum 11,7 g Partition gäbe es außer dem Lutz Möller KJG, das wir in unserer .30-06 schießen?

LM: Nichts!

MfG Max-Julius, Dienstag, 21. August 2007 11:45

Moin Max Julius,

danke für deinen umfassenden und gut beobachteten Bericht zum Nosler Partition Geschoß aus der .300" Weatherby Magnum. Lies Zielwirkung, Wundwirkung und Wirkungsquerschnitt, dazu Kraftstoß. Damit ist eigentlich alles gesagt, aber ich bezweifele, daß du damit allein was anfangen kannst. Also mß ich doch noch mal ausholen und dir erklären, was da vor sich ging.

Das Nosler Partition Geschoß ist ein teilbemanteltes Bleigeschoß mit einem Steg, ähnlich dem H-Mantel oder dem DK. Der vordere weiche Teil ist recht groß. Aus einer schnellen Patrone, wie der .300" Weatherby Magnum verschossen, zerplatzt die Spitze im hinreichend großen Ziel (Schwein, nicht Maus) zu Bleistaub. Das ist in Bleierne Sippe anschaulich beschrieben. Die sehr große Splitterfläche überträgt die ganze Wucht der Spitze an das Ziel, stößt das Fleisch und was da sonst so ist. Die beschleunigten Teile dehnen sich oder reißen. Das schnellverschossen Nosler Partition ist daher ein wahrer Zerstörer.

Gewöhnlich hält der Steg den Rest zusammen, der dann ausschießt.

Abhilfe in der schnellen Patrone bringt nur ein Geschoß ohne Riesenmengen Bleistaub, mit geringerem Wirkungsquerschnitt, daß bei allen üblicherweise auftretenden Zielgeschwindigkeiten gleiche und angemessene Splitter liefert, wie eben das Lutz Möller KJG. E gilt Lutz Möller Geschosse wirken anders. Damit ist die Zerstörung erklärt und wie man sie beherrschen kann, nämlich mit dem richtigen Geschoß.

Nun fragst du, warum die Sau nicht schweißte. Lies Schweißfährte! Ein, wie ich vermute, eher hoher, Blatttreffer setzt die Löcher weit oberhalb des Bodens. Erst wenn bis dahin Schweiß in der Kammer ist, muß der überlaufen. Vorher kann er ausgeworfen werden, wenn der Brustkorb heftig atmet und die Lunge schweißt. Da aber, wie du schriebest, alles nur noch Muß war, kein Herz und keine Lunge mehr zu erkenne war, wird vermutlich der ganze Sapsch nach unten in den Kammerboden gelaufen sein. Bilder wären schon!

Die Sau wird dich auf den 70-m-Schuß-und-Treffer hin vermutlich wahrgenommen und gefürchtet und ist dann stiften gegangen, bis sie nicht mehr konnte. Dafür sind 80 m noch nicht mal besonders weit, siehe Fluchtstrecke.

Mein Rat: Überdenke deine Zielwahl.

Waidmannsheil, Lutz Möller,

Sau rennt mit .300 Win. Mag.

Hallo Herr Möller,

hier ein kleiner Bericht über eine gestern geschossenen Sau.

Ich saß, den Mond ausnutzend, an einer Kirrung in lichtem Altholz. Gegen 3 Uhr früh kam eine einzelne Sau. Sie hielt sich jedoch bis kurz vor 5 Uhr immer an Rand einer Dickung auf, die ich nicht einsehen konnte. Endlich zog sie langsam auf die Kirrung zu und ich kam zum Schuß. Im Schuß warf die Sau herum und ging polternd ab. Ich wartete bis es hell wurde und suchte den Anschuß. Jede Menge Schweiß auf dem ganzen Weg zur Dickung. Dort war für mich Schluß, ich kam nicht weiter. Der Hundeführer kam und nach einer anstrengenden Such fanden wir die Sau etwa 70 m vom Anschuß entfernt inmitten einer Brombeerdickung. Ich war sauber abgekommen, einer guter Kammerschuß. Die Lunge und die Leber waren zerschossen.

Mich wundert das die Sau noch soweit ging, zumal das schon das zweite mal war, daß so etwas geschah. Ich schieße eine sauer 200, in .300 Win. mag. mit Nosler Partition 11,7g.

Waidmannsheil, S. K., Freitag, 25. Januar 2008 06:11
P.S.: Bitte nur anonym zu veröffentlichen!

Moin S. K.,

wie nah waren Sie den an der Sau? Ich vermute nah. Weiter vermute ich, die Sau hat mitbekommen , daß Sie sie schossen, also einen Grund, sich zu fürchten und zu flüchten. Mehr finden Sie dazu in Fluchtstrecke!

Waidmannsheil, Lutz Möller,

Schußweite und Fluchtwillen

Hallo Herr Möller,

die weggerannte Sau war ~ 30 m entfernt und brachte aufgebrochen 42 kg auf die Waage. Sie machte keinen unruhigen Eindruck. Ob sie mich beim Schuß bemerkte, kann ich nicht sagen.

Gruß S. K.

Tag S. K.

bei dreißig Meter ist das wohl anzunehmen, oder? Klüger wäre Ansitz und Kirrung weiter voneinander zu entfernen

MfG, Lutz Möller,

Hallo Herr Möller,

ich habe Ihre Ausführungen durchaus alle gelesen, und ich glaube auch verstanden zu haben worum es geht. Aber meine Frage ist: Eine Sau die vertraut bricht, was kann die anders bemerken als die Kugel, die sie trifft.

LM: Den Schützen, der mit der Waffe kracht und zudem feuert. Das fällt nachts im ruhigen Wald einer vertraut brechenden Sau, die gerade beschossen wurde, schon auf, wenn das denn nah genug ist um ohne weiteres Vorstellungsvermögen, das Sauen nicht haben, allein aus der Gleichzeitigkeit als Zusammenhang wahrzunehmen. Getroffen Tier flüchten nicht vor Nichts. Sie müssen sich vor etwas Gewissem fürchten, um davon wegrennen zu wollen. Bei weit voneinander entferntem Schützen und Wild, stellt das Wild solchen Zusammenhang weniger bis gar nicht fest. Deshalb fordere ich immer weite Schußentfernungen, keine Nahschüsse. Weit mit breitem Lungenschuß beschossen Tiere bleiben oft ohne nennenswert zu zeichnen stehen, si aus der Nähe beschossen laufen. Da ist der Unterschied.

Die Sau hat mich nicht bemerkt, und keinen Wind bekommen, ansonsten wäre sie nicht so vertraut gekommen. Liegt es also wirklich am Geschoß?

LM: Ich glaube weniger das Geschoß als die Nähe verursachte vorrangig die Flucht.

Obwohl das verwendete Nosler Partition Geschoß sicher nicht die beste Wahl war (Das gibt es bessere. Sie wissen welches ich meine!), sehe ich bei der geschilderten Lage nicht vorrangig das Geschoß den Fluchtreiz verursachen, (außer ein Splitter hätte das Herz getroffen. Dann rennen Sauen immer wie angestochene Schweine los!) sondern die Nähe. Ich rate, legen Sie Ansitz und Kirrung weiter auseinander. Schießen Sie weiter!

Der Treffersitz war gewollt uns im Rahmen der Wildvermarktung völlig in Ordnung!

Mit herzlichen Grüßen, S.Kl., Samstag, 26. Januar 2008 03:24


Mit Partition nicht glücklich

Guten Tag Herr Moeller!

Zu allererst einmal herzliche Gratulation zu Ihrer hervorragend gestalteten Seite. Ich habe mir bereits vor 3 Jahren erlaubt diese als Lernunterlage zum Thema Jagdwaffen und Ballistik zu verwenden und habe sämtliche Prüfungsinhalte durch das Lesen Ihrer sehr profundierten Berichte abgedeckt bzw. ergänzt.

Meine jagdliche Frage: Ich besitze eine Bockbüchsflinte der Marke Heym 22S im Kaliber ">6,5 X 57R 20/70. Ich habe nun 2 Jahre lang die Munition verwendet, die der Vorbesitzer der Waffe im Gebrauch hatte und auf welche die Waffe eingeschossen ist. Das Munition stammt von Hirtenberger und ist das Nosler Partitiongeschoß mit 8,2 g Masse.

Ich bin nicht unbedingt glücklich, was die Reichweite und die Wirkung dieses Geschosses betrifft. Die Flugbahn eignet sich schlecht für Schußweiteschüsse, die maximale Reichweite ist ~ 250 m, dann fällt das Geschoß rasch ab. Die bis jetzt beschossenen Rotwildstücke hatten trotz sauberen Kammerschusses zum Teil sehr weite Fluchtstrecken (bis zu 150 m).

Ausschuß war immer vorhanden, nur die Wirkung im Wildkörper anscheinend nicht entsprechend.

LM: Wie immer gilt:

Zu nahes Wild + zu langsames Geschoß

= Fluchtwille + Fluchtmöglichkeit

Bei der abendlichen Dämmerungsjagd im letzten Büchsenlicht ist das keine gute Voraussetzung für eine schnelle Versorgung bzw. Bergung des beschossenen Stückes.

Mein Interesse und Hoffnung gilt nun Ihrem Lutz Möller KJG. Meine Fragen an Sie:

1) Welches KJG, bzw. Masse 6 Ladung würden sie mir für meine Heym 22S empfehlen, damit ich auch 300 m Schüsse mit entsprechender Flugbahn und Wirkung im Wildkörper habe?

LM: Die empfohlene ">6,5x57R KJG Munition. Allerdings muß die Schußtafel der tatsächlichen Höhe der optischen über der Laufachse angepaßt werden. Bei einer Bockbüchsflinte mit untenliegendem Kugellauf wir die ± 5 cm Reichweite von 4,5 cm Aufbau zu sagen wir mal 6 oder 7 cm noch wachsen. Ohne die Anpassung könnenSie die Schußtafel nicht nutzen um genaue Treffer zu erzielen.

2) Wo könnte ich bereits (die von Ihnen empfohlene Munition) geladen erwerben?

LM: Das werde ich Ihnen gesondert schreiben.

Herzlichen Dank im Vorfeld und Weidmanns Heil, Roland B., Freitag, 9. Mai 2008 10:29


Hirtenberger 9,7g Nosler Part. in .308 W

Sehr geehrter Herr Möller!

Mit Ihrer Krellung haben Sie vielleicht noch Glück gehabt. Daß Skiunfälle noch viel schlimmer enden können wissen wir nicht erst seit dem prominenten Unfall im heurigen Winter! Gute, schnelle Besserung wünsche ich Ihnen jedenfalls und, daß nichts zurückbleibt!

LM: Danke. Das wird schon werden! Einem Waidgenossen hat ein Wagen seinem Vater ebenfalls den Rücken gequetscht, aber dem alten Herren ist ein Wirbel und sind mehre Rippen gebrochen, so daß der derzeit im Verbang auf dem Rücken festliegt (liegen muß) und noch Wochen liegen wird. Das ist viel schlimmer. Ich kann mich, wenn auch unter sinnvollen, aber aushaltbaren, Schmerzen ja bewegen. Da sieh die Welt gleich schon viel freundlicher aus.

Grund meines Briefes sind die vorgestern gemachten Erfahrungen bei der Erlegung eines dreijährigen Keilers im Waldviertel. Der Keiler war nach der Rauschzeit etwas abgekommen und wog aufgebrochen knappe 70 kg., keine ganz grober Kerl also, aber doch schon recht ansehnlich. Ich habe noch Werksmunition, die verbraucht werden muß: Hirtenberger .308" W mit Nosler Partition 9,7g. Nachdem Papier (und Karton) geduldig sind, gibt der Hersteller die sagenhafte Mündungsgeschwindigkeit von 890 m/s und eine Eo von über 3.800 J an (GEE 180 m), Werte, die schon eher an stärkere Kaliber denken lassen. Wenn man die übliche Übertreibung der Hersteller (siehe auch Tachometerabweichung!) abzieht und die Lauflänge von 56 cm berücksichtigt, werden wohl noch 850 m/s übrigbleiben, die auch noch genug sind, gerade bei Schüssen auf der Kirrung (hier ~ 60 m).

Zielwahl: hoher Lungenschuß hinter dem Blatt (also genau das, was Sie propagieren). Der Keiler ging, ohne den Schuß sichtbar zu quittieren, ab. Nach kurzer Nachsuche fanden wir das Stück nach etwa 70 m im lockeren Jungwald, verendet. Am Anschuß und auf der ganzen Strecke fand sich kein Tropfen Schweiß. Die Fährte war trotzdem gut zu sehen, weil es kurz zuvor geschneit hatte. Mein Begleiter konnte deshalb auch feststellen, daß der Keiler in der Flucht zunehmend tiefer wurde und deshalb wohl bald vor uns liegen würde.

Der Schuß saß, wo ich ihn gesetzt hatte, kurz hinter dem Blatt, knapp unter der Wirbelsäule. Auf der Einschußseite war eine Feder durchschlagen, der obere Teil der Lunge zerstört, auf der gegenüberliegenden Seite wurde eine Feder noch gebrochen, dann war Endstation. Leider ist beim Aufbrechen an Ort und Stelle das Geschoß, oder besser das, was davon noch übrig war verlorengegangen, sodaß ich dazu gar nichts feststellen konnte.

Die Wirkung war insoweit in Ordnung, als der Keiler nach 70 m mausetot war, alles übrige war aber doch eher unbefriedigend. Das aufwendige und teure Nosler Partition nach weniger als 30 cm ohne größere Hindernisse vollständig zerlegt! Das hätte wohl auch irgendein wesentlich billigeres TM-Geschoß nicht viel schlechter hingebracht! An mangelnder Energie kann es bei dieser Schußentfernung und dem verwendeten Kaliber nicht gelegen sein, oder was denken Sie?

Mit freundlichen und weidmännischen Grüßen, Ihr L. Vogl, Dienstag, 10. Februar 2009 16:26

Tag Herr Vogl,

danke für Ihre vollständige und genau Schilderung. Da scheint die geübte Praxis im Umgang mit Sachverhalten und deren schriftliche Äußerung durch. Sehr schön!

Blicken Sie nur einmal auf den Nosler Partition Geschoßschnitt und Sie werden erkennen, daß der Steg viel zu weit hinten sitzt, genauso wie bei Meyers CDP. Gleichwohl hätte sich das Nosler Partition Geschoß nicht vollständig dürfen. Wenn es das tat, war es fehlerhaft. In jede Falle sind können Sie hier deutlich erkenne, das aufpilzende Geschoß der verringerten Flächenlast wegen nur ungenügend tief eindringen. Deformatoren taugen nicht auf Wild unterhalb von Rhinozeros, Flußpferd oder Elefant. Für kleinere Tier ist die Deformatorbauart mit der Aufpilzwirkungsweise dem Lutz Möller KJG als Teilzerleger mit Splittern und kalibergroßem Restbolzen weit unterlegen. Mehr dazu siehe Wettbewerb.

Ich würde das Noslerzeug nicht mehr auf der Jagd einsetzen.

Waidmannsheil, Lutz Möller

Nosler Partition schmeißt die Zündhütchen

Hallo Lutz,

Danke für die 6,5x65 KJG Munition. Ich nahm die empfohlene mit dem R903. Präzision super - wie gewohnt.

Aber was anderes: Gestern schoß ich die 6,5x65 mit dem Nosler Partition mit N160. Ich hatte vorher schon 10 Schüsse mit anderen Ladungen verschossen. Der Lauf war heiß.

LM: Mit dem reibungsarmen Lutz Möller KJG wäre er kühler geblieben!

Mit jedem Schuß Nosler wuchs der Gasdruck soweit daß der Verschluß nur mehr mit Mühe aufging auf die Zündhütchen rausflogen, und der Stoßboden sich teilweise verformte. Heute andere Ladung aber das gleiche Bild. Die ersten Schüsse waren gut, dann stieg der Gasdruck wieder bis die Zündhütchen aus der Glocke fielen. Ist das der heiße Lauf, oder das Geschoß? Ich zweifele.

Danke!

Gruß Peter, Gesendet: Donnerstag, 29. Juli 2010 15:40

Moin Peter,

sicher steigt der Gasdruck mit heißerem Lauf bis irgendwann die Zündhütchen aus der Glocke fliegen. Die Geschosse, die deutlich mehr als die Pulverschwaden heizen,  erhitzen die Gewehrläufe durch Reibung. Unter anderem deshalb führte ich ja auch mein Lutz Möller KJG als reibungsarmes Führbandvollgeschoß (Gebrauchsmuster 203 17 717.7) aus. Als Jäger wirst Du selten mehr als zehn Schüsse hintereinander auf Wild abgeben. Lasse es doch einfach etwas ruhiger angehen und den Lauf abkühlen, bis du wieder schißt. Als Jäger wirst Du ja auch aus kaltem Lauf treffen wollen. Die Trefferlage aus dem heißen Lauf mußt du nicht wissen.

Wenn Du länger kühl schießen möchtest, lad halt mein Lutz Möller KJG,

Gruß Lutz

Kein Ausschuß bei Hirsch

Sehr geehrter Hr. Möller,

nachdem ich mit dem 7 mm Lutz Möller KJG gute Erfahrungen sammelte, möchte ich nun noch meine 6,5x57R für meine Blaser K95 mit Ihren Geschossen verladen. Im letzten Herbst erlegt ich mit Eigenladung Rottweil R903 mit Nosler Partition 8,1 g, einen Hirsch auf gemessene 345 m in 1850 m in meinem Bergrevier. Die Wirkung war hervorragend (Treffersitz war optimal), der Hirsch lag im Feuer.

Nur ein Problem hatte die Sache, es war kein Ausschuß vorhanden, d.h. bei schlechtem Treffersitz hat man die A…-Karte gezogen. Jetzt will ich mit dieser Waffe auf Ihr Geschoß umsteigen. Reicht die Leistung auf diese Entfernungen?

LM: Ja selbstverständlich. Lesen Sie zu fernem Wild hier weiter. Solange Sie bei guter Zielwahl richtig treffen, können Sie sich auf mein Lutz Möller KJG verlassen. Die Tiefenwirkung gebe ich in Zahlen für Fleisch oder Knoch an. da wissen Sie, womit sie rechnen können. Das bietet Ihnen sonst niemand!

Ich habe auf meiner Waffe ein Zeiss-Glas mit Absehenschnellverstellung montiert. Das kann ich wärmstens empfehlen. Trefferlage stimmt auf jede Entfernung. Würden Sie mir bitte 100 Stück KJG 6,5 mm liefern?

LM: Ja gern. Mit Setzer? Welches Gesenk?

Mit freundlichen Grüßen und Weidmannsheil

Bernhard B., Mittwoch, 18. August 2010 15:48

Wohnzimmersesseljäger

Über den Bericht Kein Ausschuß bei Hirsch auf dem Netzplatz bin ich nicht so begeistert, da ich dadurch dann von sog. Wohnzimmersesseljägern, die von Bergjagd keine Ahnung haben, und jede Entfernung über 50 m als nicht waidgerecht ansehen, mit unqualifizierten Kommentaren vollgelabert werde. Außerdem schießen diese Herren dann mit Kalibern ab .300" Win. Mag aufwärts. Die Berufsjäger bei uns schießen alle die 6,5x57 ( auch R), und haben damit beste Ergebnisse vorzuweisen, genau wie ich auch.

Meine Frage geht nur in Richtung Leistungssteigerung auf weitere Entfernungen, da oberhalb der Baumgrenze unter 250 m nicht viel auszurichten ist. Da müssen die Ausrüstung und das Werkzeug stimmen.

Mit freundlichen Grüßen, Bernhard. B. , Montag, 23. August 2010 11:53

Ja Herr B.,

wie wir fernmündlich beredeten sieht die Jagd oberhalb der Baumgrenze anderes als darunter aus. Wir schon in Die beste Patrone (7x57) ausgeführt, neigen manche Jäger ohne Not zur Überbewaffnung - besonders im Herbst bei den Drückjagden auf Sauen. Wenn man mit großen Krachern gut und fein umgehen kann ist dagegen ja wenig einzuwenden, aber notwendig sind großen Patrone, zumindest mit meinem Lutz Möller KJG nicht. Die kleinkalibrigen langen vollkommen. In Deutschland müssen wir auf Hochwild mindestens 6,5 mm Geschosse verwenden, also beginnt dort die allgemeine Verwendung. Wie ich vor sechs Jahren schon 2004 in Afrika mit der 6,5x65 zeigte, fängt mein Lutz Möller KJG große Gazellen und Antilopen, zerstört aber kitzgroße Steinböckchen nicht, so daß damit auch aus 6,5 mm alles Wild erfolgreich und schonend bejagt werden kann. Die KJG-Flugbahnen verlaufen flacher und gestreckter als die der üblichen schwerem Bleigeschosse, bieten dabei gewisse Tiefenwirkung, die aufpilzenden  Geschossen, wie dem Nosler Partition mangels Flächenlast des „Pilzes“ fehlen. Die 6,5x57 KJG Daten zeigen den sicheren Weg zu Ein- und Ausschuß (und auch die Grenzen).

Sie liegen mit Ihre Kaliberwahl also goldrichtig. Ich war mit auch mit 6,5 mm 2007 in Kärnten auf Gams

Waidmannsheil, Lutz Möller

Ausschußdetonation

Sehr geehrter Herr Möller,

leicht ist gesagt, man müsse all die Nachrichten Ihres Netzplatzes kennen, bevor man zum ersten mal den Finger krümme.

Wenn man aber den Jagdschein 1998, als das Internet noch in den Kinderschuhen steckte, erlangte, vertraute man damals halt auf die Aussagen der Ausbilder (so habe ich in einem amerikanischen „Combat-Buch“ gelesen, eine langsame .45 ACP weise eine höhere Mannstopwirkung (LM: Was soll das sein?) als eine 9 mm Para auf, die demgegenüber eine höhere Durchschlagskraft hätte. Analog hatte ich vermutet, dass FLG´s für Drückjagden sehr gut wären, da sie das Wild stoppen bzw. umwerfen würden. So viel zur Theorie ...).

LM: Mir ging das nicht anders.

Zumindest machte ich mir auch damals schon Gedanken über die beste Patrone und Munition. Ein Büchsenmacher hatte damit geworben, das Pulver und die Hülsen auf das tausendstel Gramm abzuwiegen.

LM: Ach. Da bin ich baff. Welche Waage benutzte der denn?

Von ihm habe ich mich bezüglich Munition beraten lassen. Wie könnte es anders sein: Hirsch und Keiler müßten auf 300 m einen Ausschuß bekommen (noch besser: Sie müssen liegen, bevor das Geschoss überhaupt austritt), das Rehkitz darf auf 20 m keinerlei Wildpretentwertung aufzeigen, der Rückstoß sollte natürlich dem eines Luftgewehres entsprechen (wobei dies untergeordnet ist, aber schön ist es natürlich trotzdem), blabla ...

LM: Find ich gut . . .

Im Ende ist es eine .30-06, mit 10,7 g Nosler Partition und einer Ladung mit V null in Höhe von 917 m/s, geworden. Die Ergebnisse waren durchaus sehr gut, von der 1er Gams auf 384 m (Laser) steil bergauf mit 3 m Flucht, dem Rotwild auf 250 m bis eben zum Reh auf kurze Entfernung mit kaum Wildpret-Entwertung (außer in einem Fall nach einem Bewegungsschuss auf das Blatt, wo der Ausschuß eher einer Detonation glich).

LM: Das hört sich doch sehr gut an. Im übrigen beachte Zielwahl!

Das Bessere ist jedoch der Feind des Guten. Deswegen wäre es aufgrund Ihres Netzplatzes wegen heute wohl eine 8x68 mit Ihrer Munition geworden. Kann ich jedoch mit von Ihnen entsprechend geladenen KJG´s einiges retten, um das oben genannte Anforderungsprofil zumindest einigermaßen zu erfüllen?

LM: Ja das können Sie. Lesen Sie die Leistungsdaten zu der Patrone mit Lutz Möller KJG bei mir nach.

Gemäß Ihren Auskünften würde ich bei seitlich stehenden Stücken vorzüglich auf die Lunge schießen.

LM: Ganz richtig. Mehr siehe Wundwirkung!

Deshalb sollte das Geschoß auch bei weiten Entfernungen noch die von Ihnen genannten 900 m/s aufweisen.

LM: Ein frommer Wunsch, aber wahrlich wohl nur ganz selten zu erfüllen. Meine (größeren) Lutz Möller KJG wirken bestimmungsgemaß mit Splittern und Restbolzen bis runter zu 700 m/s (sieben-, nicht neunhundert m/s).

Oder würden Sie mir in diesem Fall zu einem Kaliberwechsel oder Patronenwechsel raten?

LM: Sofern weite Schüsse ihr täglich Brot sind, ja. Ansonsten kommen Sie anscheinend ja zurecht. 

Nachdem ich eine Kipplaufbüchse führe (Blaser K95) würde ich mich dann jedoch für eine Randpatrone entscheiden. Welche wäre hier die beste Wahl für mich?

LM: 7x65R für weitere Schüsse.

Kann ich den aktuellen Lauf (60 cm, Achtkant, mit Ausziehkralle) auf eine geeignetere Patrone umbauen lassen, falls sie einen Munitionswechsel anraten?

LM: Wenn der .30-06 ist wäre ein Wechsel auf .30R Blaser vernünftig.

Oder sollte ich dann lieber gleich einen 65er Lauf nehmen.

LM: Für größere Schußentfernungen immer.

Sollte Ihr Rat sein, die Mehrleistungen einer anderen Patrone wären nicht sooo gravierend, einen (v.a. finanziell) aufwendigen Wechsel zu rechtfertigen, würde ich entsprechend geladene KJG-Munition beziehen. Ich bin Deutscher, habe einen deutschen Jagdschein mit deutscher WBK und Europäischem Feuerwaffenpaß, aber mein Wohnsitz ist die Schweiz. Ergeben sich hier beim Kauf Schwierigkeiten?

LM: Die Ein- und Ausfuhr müssen vorher beantragt und genehmigt werden.

Vielen Dank für die Antwort, keine Eile (ich habe noch ein paar von den Noslers), und vor allem vielen Dank für die Nachrichten auf Ihrem außergewöhnliche Netzplatz.

LM: Bitte gern, bitte  sehr!

Herzliche Grüße, Markus Hofmaier, Samstag, 25. Dezember 2010 17:51

Gönne Dir Munition der Lutz Möller GmbH vom Erfinder selbst.

Du wirst keine bessere finden.

Mjölnir